Archiv des Autors: kaddinsky

Ab heute bitte hier entlang!

Mein Neues Blog *klick*


(Foto: bossbob50 über Flickr)

Ich muss hier wahrscheinlich nicht die Vorzüge eines selbstgehosteten Blogs nennen.
Jedenfalls habe ich jetzt ein solches und das war Anlass genug, ein neues Design, ein neues Format etc. einzuführen und auszuprobieren.
Alles zu sehen auf blog.katrin-roenicke.net.

the leftist elite wird nicht “sterben”, sondern ich möchte es als das nutzen, wofür es ursprünglich einmal gedacht war: als Textarchiv für alle meine kurzen und langen Auslassungen auf Neon.de, beim Freitag, in der Mädchenmannschaft und wo ich sonst noch so herumstreunerte.
Alle aktuellen Texte gibt es “drüben”.

Schaut mal vorbei. Ich freue mich auf euch!
Viele Grüße
Katrin

Zum Equal Pay Day: Unbezahlte Arbeit

Ohne Worte:

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“This film grabbed my heart!”: Women Without Men

Worum geht es:
Der Film der Regisseurin Shirin Neshat spielt in Iran, 50er Jahre. Er ist ein düsterer Film, der vier Frauen betrachtet: Eine lebt mit ihrem Bruder zusammen, der sie gegen ihren Willen endlich verheiraten will. Die andere ist in ebendiesen Bruder verliebt – aber ohne Chance. Die Dritte ist eine Prostituierte – ein Beruf, der gerade in Teheran besonders am Rande der Gesellschaft steht. Die Vierte ist eine gutgestellte angesehene Gattin. Alle vier haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind auf unterschiedliche Arten und Weisen gefangen. Unter dem Hintergrundgeschehen des Putsches von 1953 in Teheran, finden drei von ihnen zueinander.

Worum geht es wirklich:
Es geht um ein wichtiges und zentrales humanistisches Thema: das Thema Freiheit. Der Film macht fühlbar, was es bedeutet, systematisch der Freiheit beraubt zu sein – aufgrund von Geschlecht, Herkunft und gesellschaftlicher Stellung.

Der Trailer:

Der Film wühlt auf. Packt. Macht wütend.
Auch wenn er sehr beklemmend ist; auch wenn es wirklich weh tut, ihn zu sehen – dieser Film ist sehenswert und sei euch hiermit ans Herz gelegt.

Fukushima: Pietät und Verarbeitung.

Die Emotio
Ich schätze campact wirklich. Sie organisieren politische Kampagnen zu Themen, die mir am Herzen liegen.
Doch wie sie angesichts der Katastrophe in Japan Parolen ausgraben und verbreiten, das missfällt mir, wie ich auch auf Twitter ausdrückte:

“ja: es ist verlockend, #fukushima für campaigning gegen akws zu nutzen. aber nein: es fühlt sich nicht “korrekt” an. @campact

Dabei ist für völlig klar: Natürlich will ich den Ausstieg. Natürlich reagierten Merkel und Röttgen daneben. Natürlich hatten alle in der Anti-AKW-Bewegung recht, warnten zurecht vor den Gefahren. Aber ist es wirklich die Stunde, Rechthabereien und Parolen auszupacken?

Spontan trafen sich am Samstag Abend einige Menschen zu einer Demo. Berichten von Freunden zufolge war diese “Demo” eher ein Schweigemarsch. Andere nannten das angemessen. Das Schweigen. Finde ich auch. Mein Gefühl wehrt sich dagegen, zur Tagesordnung überzugehen, die da heißt: Klare Fronten bilden, Parolen entwerfen, Kampagnen fahren etc… beide Seiten gehen zu dieser Tagesordnung über. Merkel genauso wie campact. Und diese zwei stehen ja nur für jeweils eine ganze Horde von Menschen, die sich eben entweder hier oder dort einordnen.

Andere bleiben still. Ekin Deligöz twitterte:

“Rede auf Veranstaltung Alevitischer Verein Berlin. Fällt schwer nach den Nachrichten aus Japan zum polit. Alltag zu finden”

Es sind genau solche Aussagen von PolitikerInnen, die mir fehlen. Leute die einfach mal sagen, dass sie fassungslos sind. Sprachlos. Geschockt.

Die Ratio
Natürlich regen sich Stimmen, die erklären, man lasse sich nicht den Mund verbieten – die Katastrophe sei der beste Grund, gegen AKWs zu mobilisieren. Ich kann das rational nachvollziehen. Natürlich liegt es nahe. Zudem liegt es mir wirklich fern, anderen den Mund zu verbieten. Erst recht FreundInnen. MitstreiterInnen. Es soll auch nicht als Angriff angesehen werden, wenn ich wie oben twittere, was ich fühle. Vielleicht hat einfach auch jedeR seine/ihre eigene Art, mit solchen wirklich markerschütternden Ereignissen umzugehen. Wahrscheinlich. Also lasst es gut sein. Und macht vor allen Dingen das, was ihr für richtig haltet. Aber lasst mir auch meine widerstrebenden Gefühle.

Stereotype, Sichtbarkeit und Wettkampf. Diversity in der digitalen Gesellschaft

Das wird der Titel meines Vortrags, den ich auf der kommenden re:publica halten werde.
Ich freue mich sehr, dass mein Angebot vom Orgateam der re:publica angenommen wurde – so wie auch alle anderen Angebote, die von der Mädchenmannschaft kamen.

Yay! It’s SHE:publica, Baby.


(Bild von Jason Bran-Cinaed via Flickr)

Auch die ersten vorsichtigen Schätzungen belegen einen deutlich höheren Frauenanteil, als noch vor zwei Jahren. Vermutlich wird der Frauenanteil größer, als beim großen Medien-Kongress von taz und der Freitag.

Abgesang auf den Mut

Inspiriert von Sibylle Bergs wöchentlicher Kolumne, in der sie schreibt:

“Wir anderen wissen, dass unser Leben sehr kurz ist, und wir wollen die Zeit angenehm und ohne Zwischenfälle verbringen. Wir haben Angst, nicht geliebt zu werden, natürlich, verständlich, denn wir werden nicht geliebt.”

möchte ich zum Samstagabend ein wunderschönes Lied – nein: mein Lieblibgslied! – von Gustav mit auf den Weg geben:


Ein ♥ für alle beide.

Women’s Voices: Dieser Tag gehört uns!


Unter Women’s Voices – Women’s Choices – einer Aktion des Gunda-Werner-Instituts – findet sich seit heute eine Sammlung von Beiträgen zum 100. Geburtstag des Internationalen Frauentags. Dabei sind unter anderem

und viele andere mehr. Auch ein kleiner Beitrag von mir ist dabei. Hier ein kurzer Ausschnitt:

“Im 19. Jahrhundert begannen Frauen, einzufordern und zu erobern, was bis dahin als „männlich“ galt. Bildung, Beruf, Wahlrecht, politischen Einfluss, ökonomische Beteiligung und Unabhängigkeit – das sind die vielen Themen auf der Agenda bewegter Frauen. “

(mehr davon lesen…)

Fisch mal indisch-scharf gewürzt

Und hier ist es: Das erste Kochrezept in diesem Blog. Ich habs heute Abend selbst erfunden und gekocht – also erkocht. Das solltet ihr dafür bereit stellen:

  • 250-500 g Fischfilet (je nach Laune. Wieviel Fisch ihr nehmt, ändert nichts an den anderen Mengen) – ich nahm Bio-Pangasius, was ich empfehlen kann
  • 1 EL Olivenöl, 1 EL Sesamöl
  • 4 kleine Zwiebeln, gehackt oder in Ringen (auch nach Laune)
  • 4 kleine Knoblauchzehen
  • Kurkuma, Chili, Kreuzkümmel, Bockshornklee, Fenchelsamen (alles fein gemahlen) und je nach Geschmack auch Ingwer. Je 1/2 TL
  • 2 große Möhren, sehr feine Scheiben
  • 200 g grüne Bohnen (tiefgekühlt ist prima)
  • 2 Schuss Soja-Sauce
  • 150 ml Wasser
  • Minzblättchen zum garnieren

Und los geht es: Eine Pfanne, in der nichts anbrennt (immer wichtig bei Fisch!) wird auf höchster Stufe erhitzt, das Öl von Anfang an rein und warten, bis es heiß genug ist (das schont die Pfanne). Die Zwiebeln im Öl andünsten, auf mittlere Hitze stellen. Wenn die Zwiebeln glasig und leicht angebräunt sind, kommen die Möhren dazu und brutzeln 2 Minuten mit. Dann die Gewürze dazu schmeißen und ebenfalls kurz mitbraten. So entfalten sie am besten ihr Aroma. Jetzt die Bohnen dazu und noch einmal 1-2 Minuten brutzeln.
(Update, 02.03.:)und nun kommt der Fisch
Mit zwei Schuss Soja-Sauce wird alles abgelöscht. Kurz zischeln lassen… … und das Wasser drüber kippen. Deckel drauf, Uhr auf 5 Minuten stellen.
Warten… warten… warten…
Juchuuu! Fertig. Minzblatt obendrauf und gut ist’s.
Guten Appetit!

PS: man kann es pur essen (low carb) oder mit Reis/Nudeln/Couscous.

There must be more to life than stereotypes

Aus der Rubrik “Helden meiner Jugend” heute: Blur mit “Stereotypes”

*schmacht*

Kluge Menschen vorgestellt: Stephan Lessenich

Die Neuerfindung des Sozialen

Stephan Lessenich, den Namen habe ich mir notiert. Rot und dick eingekringelt. Weil er wirklich kluge Sachen gesagt hat. Auf so einer Veranstalung linker Grüner, bei der er geredet hat. Letzten Herbst war das. Ich habe mir sein Buch gekauft und auch angefangen zu lesen. Ach, aber eigentlich ist er am besten, wenn man ihm zuhören kann (wie das mit klugen Menschen immer ist). Deswegen hier ein kurzes Interview mit ihm, zu sehen bei Youtube.

Bewusstmachung von Underclass-Bashing

Zum ersten Mal fiel mir Lessenich auf, als er im Freitag einen Artikel über sein Thema “Underclass-Bashing” schrieb und auf den Punkt brachte:

Es ist wieder chic, gegen Gleichheit zu sein – und darüber zu reden.

Treffer versenkt!
Also: lest, hört und seht Stephan Lessenich. Es lohnt sich. Weil er entlarvend ist, wie hier:

Es geht den handelnden Personen um die Freiheit der gesellschaftlichen Eliten, ihre materielle Position kulturell zur Geltung zu bringen. Es geht um die Freiheit, nach den eigenen Maßstäben – jenen des ökonomisch gesicherten Bürgertums – zu leben und diesen Maßstäben allgemeine Anerkennung zu bewahren beziehungsweise wieder zu verschaffen. Um die Freiheit, die Lebensformen und Lebensführungsmuster der gehobenen Stände zur Norm der Verhaltenssteuerung und Umerziehung nicht-bürgerlicher Milieus zu machen. Es geht um eine groß angelegte gesellschaftliche Programmatik der Normierung und Normalisierung.